Die Fespa hat einen neuen Anti-Greenwashing-Nachhaltigkeitsleitfaden veröffentlicht, der Unternehmen der Druck- und visuellen Kommunikationsbranche dabei helfen soll, sich in der ständig ändernden Regulierungslandschaft zurechtzufinden. Er soll Ratschläge geben, wie Unternehmen sicherstellen können, dass ihre Nachhaltigkeitsbotschaften präzise, glaubwürdig und faktenbasiert sind – und wie sie letztlich „Greenwashing“ vermeiden.
Understanding and Avoiding Greenwash
Der informative Leitfaden mit dem Titel „Understanding and Avoiding Greenwash“ ist Teil der „Sustainability Spotlight“-Initiative von Fespa. Er bietet praktische Orientierungshilfen für Unternehmen, die ihre verbesserten, ökologischeren Geschäftsabläufe kommunizieren wollen und gleichzeitig die Reputations- sowie Rechtsrisiken vermeiden, die mit irreführenden Angaben verbunden sind.
Laut der Fespa sind Nachhaltigkeit für Marken und Verbraucher gleichermaßen zu einem wichtigen Kaufkriterium geworden, wodurch der Druck auf Unternehmen, ökologische Verantwortung zu zeigen, im letzten Jahrzehnt zugenommen hat. Gleichzeitig verschärfen Regierungen und Aufsichtsbehörden im Vereinigten Königreich und in der EU die Gesetzgebung, um irreführende oder unbegründete Umweltaussagen zu verhindern. Der Leitfaden reagiert auf diese veränderte Landschaft, indem er Unternehmen hilft zu verstehen, was Greenwashing ausmacht und wie sie sicherstellen, dass ihre Angaben den regulatorischen Erwartungen entsprechen. Die im Leitfaden zitierten Untersuchungsergebnisse sollen das Ausmaß der Herausforderung verdeutlichen: Mehr als 53 Prozent der Umweltaussagen seien vage, irreführend oder unbegründet, während 40 Prozent jegliche Belege fehlen. Zudem gibt es in der EU derzeit mehr als 230 Nachhaltigkeitssiegel und 100 Ökostrom-Labels.
Klarheit, Beweise und Transparenz
Der Leitfaden hebt hervor, dass Aussagen, die technisch zwar wahr sind, dennoch als irreführend eingestuft werden können, wenn sie relevante Informationen auslassen, Vorteile übertreiben oder die Auswirkungen des gesamten Lebenszyklus eines Produkts nicht berücksichtigen. Daher geraten pauschale Aussagen wie „umweltfreundlich“ oder „nachhaltig“ ohne entsprechende Untermauerung zunehmend in das Visier der Aufsichtsbehörden. Um Unternehmen dabei zu helfen, soll der Leitfaden dabei helfen, die wichtigsten Prinzipien, die der Gesetzgebung für Umweltaussagen in Großbritannien und der EU zugrunde liegen, zu skizzieren. Diese Rahmenbedingungen verlangen, dass Angaben klar, spezifisch, faktenbasiert und überprüfbar sind. Zudem müssen die Angaben, sofern relevant, den gesamten Lebenszyklus eines Produkts berücksichtigen. Ein Schwerpunkt des Leitfadens liegt auf der wachsenden Bedeutung der Transparenz in der Lieferkette. Er soll zudem auf kommende regulatorische Entwicklungen hinweisen, darunter die EU-Richtlinie zur Stärkung der Verbraucher für den ökologischen Wandel (Empowering Consumers for the Green Transition), die bei ihrer vollständigen Umsetzung bis 2026 neue Anforderungen an Umweltaussagen einführen wird. Zusätzlich zur Einhaltung gesetzlicher Vorschriften ermutigt der Leitfaden laut Fespa Unternehmen dazu, einen Ansatz des „Lebenszyklus- und Systemdenkens“ in Bezug auf Nachhaltigkeit zu wählen. Dieser Ansatz soll nicht nur dabei helfen, Greenwashing zu vermeiden, sondern auch die Transparenz in der gesamten Lieferkette fördern.

