Anmerkung der Redaktion: Hierbei handelt es sich lediglich um einen Auszug. Den vollständigen Beitrag finden Sie in der werbetechnik-Ausgabe 1 2026 auf den Seiten 8 bis 14.
Der Sublimationsdruck ist kein Nischenverfahren mehr, sondern hat sich in den vergangenen Jahren zu einem festen Bestandteil in der Textil- und Dekorbranche entwickelt. Vor allem bei funktionaler Sportbekleidung, der Gestaltung von Messeständen bis zu Soft Signage und Interior-Textilien hat er sich als zuverlässige Technik etabliert. Diese Entwicklung wird begünstigt durch Marktanforderungen wie kürzere Lieferzeiten, kleinere Auflagen, hohe Individualisierung und den Trend zu textilen statt starren Materialien. Gleichzeitig profitieren Anwender von der hohen Haltbarkeit der Drucke, der brillanten Farbwiedergabe sowie der Möglichkeit, Druck und Konfektion flexibel zu kombinieren. Allerdings gilt der Sublimationsdruck, etwa im Vergleich zum UV-Druck, als teuer. Energieverbrauch, Materialkosten sowie Investitionen in Maschinen machen
das mehrstufige Digitaldruckverfahren nur dann wettbewerbsfähig, wenn der Produktionsprozess effizient organisiert ist. Wirtschaftlicher Erfolg ist also weniger eine Frage der Druckqualität als vielmehr der Prozess- und Workflow-Optimierung.
Der Prozess entscheidet
„Das Wichtigste bei der Sublimation ist der Prozess, der dahinter hängt, der muss passen, der ist entscheidend“, betont Daniela Hans, Assistentin der Geschäftsführung bei der Hüsken Textilveredelung im oberbayerischen Wolfratshausen. „Die Maschine kann so toll sein, wie sie will: Wenn das Drumherum nicht passt, habe ich keine Chance, effizient zu arbeiten“, macht sie deutlich, dass eine Menge Vorüberlegungen vor der Entscheidung für eine bestimmte Maschine erforderlich sind. Der Meinung ist auch Jan Baden: „Es ist sehr wichtig, im Vorfeld der Investition in ein Sublimationsdruck-System, sich darüber im Klaren zu sein, welche Produkte mit dem System hergestellt werden sollen. Ist die Auswahl des Drucksystems und dessen Peripherie nicht optimal gewählt, ist eine kostenoptimierte Produktion nicht darstellbar“, erklärt der geschäftsführende Gesellschafter von Druckprozess (https://druckprozess.com/dgi-dgen/). „Die falsche Maschinenauswahl für das Volumenprofil führt oft zu Problemen: Entweder werden zu kleine Modelle bei hohem Durchsatz eingesetzt oder es werden zu große, teure Systeme bei kleinen Auftragsvolumen verwendet“, erläutert Frank Bechinger aus der Abteilung Beratung und
Vertrieb bei DP Solutions (https://www.dp-solutions.de/hardware/maschinenfinder/textildruck/1351/textildruck). Falsche Einschätzungen von Anwendungen, Transferpapieren oder Substraten führen ebenfalls oft zu Problemen, wie etwa Ausfallzeiten durch Umrüstungen. Viele Betriebe würden ein günstiges Einstiegsmodell wählen, das später nicht die benötigte Geschwindigkeit, Stabilität oder Medienvielfalt biete, oder sie investierten in eine zu komplexe Lösung, die nicht ausgelastet werde, sagt Benjamin Bley, Marketing und Application Specialist bei Mimaki. Uwe Steinbrecher, Leitung Außendienst und Key Account Management bei Print Equipment, sieht es als größten Fehler an, „Maschinen nach Anschaffungspreis statt nach Prozessanforderung auszuwählen“. Mike Hüsken, Geschäftsführer des gleichnamigen Unternehmens für Textilveredelung, bringt es in einem Satz auf den Punkt: „Nicht die Investition in Technik bestimmt den Erfolg im Sublimationsdruck, sondern die Effizienz der Prozesse, in die diese Technik eingebettet ist“.
Rudi Stallein

